Zürich Pride

Das Pride Festival in Zürich steht dieses Jahr zum 25. Mal an. Frohe Farben, Spass und ein Gefühl der Freiheit stehen im Mittelpunkt. Umgeben von Regenbogenflaggen und Musik bemerkt man aber auch, dass es nicht nur diese Seite ist, die die Teilnehmenden verbindet, sondern auch die Suche nach Gerechtigkeit.

Schon früh wurden mir Werte wie “Jeder Mensch soll gleich behandelt werden” oder “Diskriminierung gehört nicht in das Leben” vermittelt. In der Schule hiess es immer, man soll andere respektieren und niemals die Besonderheiten und Einzigartigkeit eines Menschen hinterfragen. Je älter ich aber wurde, desto öfter sah ich, dass solche Werte in unseren Gesellschaft oft nicht repräsentiert werden und dieses fehlende Vorhandensein meist von unserem Staat selber kommt. Das Motto der diesjährigen Pride ist “Strong in Diversity”, doch wenn der Staat nicht die Minoritäten stärkt, wer tut es dann?

Eine Suche nach Gerechtigkeit verbindet die Teilnehmende der Pride. Egal welcher sexuellen Orientierung, Geschlecht, Glaube oder Lebenseinstellung, es sind diese Menschen, die zusammenhalten, stark sind und gemeinsam für ein simples Ziel kämpfen: Gleichberechtigung. “Marriage für all” ist in der Schweiz ein Ziel, in anderen Ländern bereits Realität. Es stellt sich also die Frage, wieso eine so simple Forderung von so vielen Menschen noch nicht erreicht wurde.

Während in den grauen und trüben Politikerreihen über diese Ideen diskutiert wird, haben wir die Möglichkeit, die Zukunft bunt zu malen. Es sind wir alle, egal welcher Sexualität, die diese Minoritäten stärken müssen, sodass sie nicht Minorität, sondern Teil der Gesellschaft, ohne Einschränkungen in ihren Rechten, werden können.

Die Suche nach Gerechtigkeit hört erst dann auf, wenn die Bedürfnisse nach Gleichberechtigung gestillt sind. Denn dann kann die Pride sich noch stärker zu dem Entwickeln, was sie sein soll: Keine Suche, sondern eine Feier.

Louis Spiesshofer

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