Junge Grün­lib­erale fordern die Abschaf­fung der automa­tis­chen Pen­sion­ierung

Arbeit­nehmende in der Schweiz soll­ten nicht auf­grund ihres Alters gezwun­gen wer­den, aus dem Beruf­sleben auszuschei­den. In der Schweiz arbeit­en immer mehr Per­so­n­en auch über das Rentenal­ter hin­aus.  Die Jun­gen Grün­lib­eralen begrüssen diesen Trend. Fach­wis­sen und Erfahrung bleiben erhal­ten und gen­er­a­tio­nenüber­greifende Teams prof­i­tieren von ver­schiede­nen Sicht- und Herange­hensweisen – eine für die Zukun­ft wichtige Voraus­set­zung. Doch meis­tens ist die Erwerb­stätigkeit im Alter nur mit kom­plizierten Spezialverträ­gen oder ‑bewil­li­gun­gen, oder durch selb­ständi­ge Tätigkeit real­isier­bar.  Das sind die falschen Anreize in ein­er Gesellschaft, in der man dank der her­vor­ra­gen­den Leben­squal­ität immer älter wird, aber auch immer länger gesund und aktiv bleibt.

Die automa­tis­che Pen­sion­ierung mit 65, wie sie in den öffentlich-rechtlichen Per­son­alge­set­zen und in der Pri­vatwirtschaft in der Regel als Klausel in den Arbeitsverträ­gen zu find­en ist, sollte abgeschafft wer­den, wenn es keine trifti­gen Gründe dafür gibt. Schliesslich gibt es nicht wenige Men­schen, die sich auch über das offizielle Rentenal­ter hin­aus beru­flich betäti­gen möcht­en. Das zeigt der Trend der let­zten Jahre. Aus Sicht der Jun­gen Grün­lib­eralen müsste diese Entwick­lung zusät­zlich gefördert wer­den, denn die Gesellschaft, ins­beson­dere wir Jun­gen, prof­i­tieren von der Erfahrung und dem Fach­wis­sen der älteren Mitar­bei­t­en­den. Gle­ichzeit­ig kann das Renten­sys­tem entschei­dend ent­lastet wer­den, wenn diejeni­gen, die kön­nen und wollen, länger beru­flich aktiv bleiben. Die Flex­i­bil­isierung nach unten sollte gle­ichzeit­ig auch weit­er­hin möglich sein, ins­beson­dere Per­so­n­en, die in kör­per­lich belas­ten­den Berufen arbeit­en, soll­ten schon früher in Rente gehen kön­nen.

Vor­bilder für den Sys­temwech­sel gibt es genug: Län­der wie Schwe­den oder die Vere­inigten Staat­en von Ameri­ka haben die oblig­a­torische Pen­sion­ierung schon länger abgeschafft. Diese bei­den Län­der prof­i­tieren gemäss den neusten OECD-Sta­tis­tiken von sig­nifikant höheren Erwerb­squoten bei Per­so­n­en über 65 Jahren. Auch die Mär, dass ohne oblig­a­torisches Pen­sion­ierungsalter junge Leute keine Arbeit find­en, ist falsch: Län­der wie Island oder Nor­we­gen mit sehr hohen Erwerb­squoten bei der Alters­gruppe 65+ haben auch die höch­sten Erwerb­squoten bei den Jun­gen.

Der Wan­del muss aber nicht nur in der Gesellschaft, son­dern auch in den Fir­men stat­tfind­en: Gen­er­a­tio­nenüber­greifende Teams müssen gefördert und das spez­i­fis­che Fach­wis­sen und die grosse Erfahrung bei älteren Per­so­n­en als wichtige Eigen­schaften anerkan­nt wer­den. Ein sin­nvoller Anreiz, um die Beschäf­ti­gung von älteren Per­so­n­en zu erhöhen, wäre die Befreiung von den AHV-Abgaben  für Per­so­n­en über dem offiziellen Rentenal­ter. Damit würde mitunter auch das Prob­lem der höheren Lohnkosten im Alter entschärft.

Wir müssen die ver­al­teten und star­ren Struk­turen heute auf­brechen – Men­schen aller Gen­er­a­tio­nen, die zusam­men an Pro­jek­ten arbeit­en, wer­den in Zukun­ft die Norm sein – diesen Wan­del müssen wir heute ini­ti­ieren.

Ein Fokus muss auch auf die Weit­er­bil­dung im let­zten Drit­tel der Kar­riere gelegt wer­den. Älteren Arbeit­nehmenden sollte es ermöglicht wer­den, ihre Ken­nt­nisse aufzufrischen oder sich in neuen Geschäft­szweige weit­erzuen­twick­eln. Der grosse Vorteil in einem Sys­tem ohne automa­tis­che Pen­sion­ierung ist, dass man eben nicht schon mit 55 oder 60 auf dem Abstell­gleis lan­det, weil sich auch dann noch eine Investi­tion in die Weit­er­bil­dung lohnen kann. Die Per­son kön­nte ja noch viele Jahre weit­er­ar­beit­en.

Nutzen wir den all­ge­meinen Trend und schaf­fen wir die Voraus­set­zun­gen für eine Arbeitswelt ohne Alters­diskri­m­inierung schon heute – ange­fan­gen mit der Abschaf­fung der oblig­a­torischen Pen­sion­ierung.

Weit­ere Auskün­fte:

Pas­casl Vuichard, Co-Präsi­dent jglp CH, 079 561 41 89

X