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Diskussionsanstoss: Coronakredit – Wie weiter nach der Krise?

Von Joshua Seeman

Das Coronavirus hat starke wirtschaftliche Folgen. Besonders hart trifft es die KMU – jene, welche keine grossen finanziellen Mittel haben, um fehlende Einnahmen zu kompensieren. Diese haben nun vom Staat einen Kredit bekommen, der ihnen dabei helfen soll, die anfallenden Kosten wie Miete, Löhne etc. weiterhin bezahlen zu können. Dennoch werden in dieser Zeit überall tiefrote Zahlen geschrieben. Betroffen sind dabei vor allem die Gastrounternehmen.

Rote Zahlen schreibt seit Jahren auch die Umwelt. Wie lange es bis zum Konkurs dauert, wissen wir nicht. Wir wissen aber, wenn wir mit unseren jetzigen Methoden keine schwarzen Zahlen schreiben können, müssen wir etwas ändern. Doch wie? Eine Änderung kostet immer Geld – Geld, welches wir zurzeit nicht haben. Oder etwa doch?

Mehr Klimaschutz trotz Krise? Ein Tiefpunkt als Start zu etwas Besserem?

Um die Klimabewegung wurde es in den letzten Wochen ruhig. Jetzt, da wir wieder in alte Muster zurückfallen, werden die Stimmen aber wieder lauter: Den jetzigen Neustart könnte man auch als Anfang für eine umweltfreundlichere Wirtschaft sehen.

Der Corona-Kredit kann dabei eine wichtige Rolle spielen. Er könnte als Anreiz dienen, Unternehmen nachhaltiger und ökologischer zu gestalten. Möglichkeiten gibt es viele, die Frage ist jedoch, was sich auf die Schnelle mit Wirtschaftlichkeit vereinbaren lässt – oder ob die Unternehmen in dieser Zeit dazu bereit sind, ihre Firmen in eine neue Richtung zu lenken. Wir sollten aufpassen, dass wir die Wirtschaft nicht komplett abwürgen oder die Staatskassen kurzfristig überlasten – doch untätig sein kommt nicht in Frage!

Eine Idee ist, dass jedes Unternehmen, welches einen Kredit beantragt hat, den Neustart nutzt, um das Unternehmen ökologischer und nachhaltiger zu gestalten. Das kann heissen, eine Ölheizung im Gebäude durch Geothermie oder sonstige Wärmepumpenheizungen abzulösen, einen Teil der Stromversorgung selbst sicherzustellen (PV-Anlage) oder die firmeneigenen Autos durch Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Die KMU, die auch tatsächlich aus eigener Kasse etwas in diese Richtung unternehmen, könnten dann einen Teil des Kredits aus der Coronazeit erlassen bekommen. Dabei sollen natürlich nicht funktionierende Anlagen, Autos oder Heizungen abgelöst werden, sondern nur die, die sowieso bald ausdienen. So schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens bringen wir durch die Generierung neuer Arbeit die Wirtschaft wieder in Gang, und zweitens tun wir etwas für die Umwelt.

Was passiert mit KMU, welche keine Kapazität für eine nachhaltige Investition haben? Was mit jenen, welche gar keinen Kredit aufgenommen haben? Soll der Coronakredit an fixe Bedingungen gekoppelt werden oder liegt es an den KMU, die Initiative zu ergreifen? 

Diese Fragen sind nicht leicht zu beantworten und benötigen mehr Überlegung – eine allgemeine Gültigkeit für Lösungen zu erreichen, ist wohl unmöglich, da jedes Unternehmen und jeder Betrieb anders ist. Eine Möglichkeit wäre, dass die gleiche Summe wie die der abgeschriebenen Kredite in einem vom Bund/Kantonen/Gemeinden gespeisten Topf landet, worin sich nicht kreditnehmende Unternehmen je nach Grösse auf ähnlichen Kriterien basierend Zuschüsse holen können. 

Was sind deine Lösungsansätze?

Was meinst du? Hast auch du einen Lösungsvorschlag? Teile ihn doch mit uns in den Kommentarspalten auf unseren Social Media Kanälen oder auf Slack! 🙂

Joshua Seeman, Elektroinst.

Mitglied Junge Grünliberale Zürich

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