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Digitalisierung und Chancengleichheit in der Schule

Von Tobias Schär

Die Corona-Krise hat uns alle wieder daran erinnert, in welche Richtung wir uns als digitale Schweiz bewegen und wie wichtig die Vernetzung zur digitalen Welt schon heute ist. Doch was heisst das für die, die schon vor diesem Wandel keine IT-Infrastruktur zu Hause hatten und nun weiter benachteiligt werden?

Die Antwort auf diese Frage ist für mich sehr rational zu beantworten: Mit diesen neuen Umständen sinken die Chancen darauf, als gebildete Arbeitskraft künftig in der Schweizer Wirtschaft interessant und wettbewerbsfähig zu sein. Meine Prognose als Wirtschaftsinformatiker lautet, dass in ein paar Jahrzehnten fast kein Platz mehr für Personen in der Wirtschaft besteht, die nicht mit einfachsten digitalen Mitteln auskommen können.

Ein Blick auf die Armutsübersicht aus dem Jahre 2018 des Bundesamts für Statistik zeigt auf, dass bereits heute viele von Armut betroffen sind.

Zwei Zahlen stechen hier besonders heraus: Ein-Eltern-Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren und Personen mit Migrationshintergrund sind besonders betroffen. Versteckte Armut ist in der Schweiz leider noch immer ein Tabuthema; unter anderem auch deshalb, weil die Betroffenen keine Stimme haben oder andere wesentliche Probleme im alltäglichen Leben erfahren.

Was dies für das Schulsystem und den Schweizer Arbeitsmarkt von morgen impliziert, bei denen die Digitalisierung schon heute in vollem Gange ist und nicht so schnell Halt machen wird, ist logisch abzuschätzen. So habe ich während meines Projekts «Wir lernen weiter» auch mit vielen Eltern und Immigrant*innen gesprochen, die weder vom Staat noch vom Kanton Hilfe erhalten, um einen Laptop zu finanzieren, der vieles vereinfachen würde – beispielsweise Schularbeiten, das Erlernen der deutschen Sprache oder auch das Schreiben von Bewerbungen.

Mit dem Lehrplan 21 sollen neue Skillsets aufgebaut werden, um Kinder mehr auf Methoden- statt Fachkompetenzen zu schulen. Und ich sehe eine direkte Korrelation zwischen dem Potenzial einzelner Schüler*innen und der IT-Ausrüstung in diesem spezifischen Kontext. Ein zukunftsträchtiges Bildungssystem zeichnet sich dadurch aus, dass langfristig viele starke Arbeitskräfte entstehen können. Damit ein zukunftsträchtiges und chancengleiches Bildungssystem entstehen kann, haben der Bund, die Kantone und die Gemeinden noch einiges an Hausaufgaben zu erledigen. Wenn digitale Bildung standortabhängig ist, ist Chancengleichheit nicht gegeben.

In den Immigrationsprozessen habe ich bisher kaum Bemühungen gesehen, um Immigrierenden ein bestimmtes Minimum an IT-Mitteln zur Verfügung zu stellen. Auf dem Handy sind viele Dinge nicht machbar oder nur sehr mühsam – und dies erschwert die Integration immens.

Seit dem 1. April 2020 setze ich mich persönlich dafür ein, dass eine schnelle Nothilfe für die zur Verfügung steht, die ohne Laptop mit starken Einschränkungen im Alltag leben müssen. So habe ich seit Projektbeginn als Einzelperson über 300 Geräte freiwillig und ehrenamtlich aufbereitet und weitergegeben.

Wenn Du mehr über mein Projekt erfahren möchtest, schau Dir dieses Video an oder besuche die Website www.wir-lernen-weiter.ch.

ergriffen werden. 

Für Chancengleichheit in der Bildung!

Hilf auch du und spende einen Laptop oder teile dieses Projekt mit Freunden und Bekannten!

Tobias Schär

Mitglied Junge Grünliberale Aargau

Unternehmensberater und Wirtschaftsinformatik-Student

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