Gle­ich­stel­lung: Ehe vs. Part­ner­schaft

Das Part­ner­schafts­ge­setz (PartG) stellt eine geset­zliche Son­der­be­hand­lung dar. Die Jun­gen Grün­lib­eralen fordern des- halb, dass diese Unter­schei­dung aufge­hoben und die Ehe auch für homo­sex­uelle Paare geöffnet wird. Der Zivil­stand ‚ein- getra­gene Part­ner­schaft‘ würde damit abgeschafft. Dies hätte eine weit­ere Ent­diskri­m­inierung für Homo­sex­uelle bei der Arbeits- oder Woh­nungssuche sowie bei der erle­ichterten Ein­bürgerung zur Folge. Wir sprechen uns sowohl für die Stief- kind- als auch für die Vol­ladop­tion aus. Für uns ist wichtig, dass egal ob ein Het­ero- oder Homo-Pärchen ein Kind adop- tiert, das Kindswohl im Mit­telpunkt ste­ht. Für uns ste­ht auss­er Frage, dass Homo­sex­uelle die Auf­gabe ein Kind zu erziehen eben­so gut wie Het­ero­sex­uelle erfüllen kön­nen. Diese Weit­er­en­twick­lung ist wichtig, damit Kinder, die bere­its in Regen­bo- gen­fam­i­lien leben, rechtlich bess­er geschützt und nicht benachteiligt wer­den.

Sobald ein unvor­ein­genommen­er Umgang mit den ver­schiede­nen Fam­i­lien­mod­ellen stat­tfind­et, trägt das auch dazu bei, dass das Wort ‘schwul‘ oder ‚les­bisch‘ nicht länger als eine neg­a­tive Floskel für belei­di­gende Aus­sagen benutzt wird.

Blut­spende

Weil schwule Män­ner zu ein­er Risiko­gruppe gehören, wer­den sie vom Blut­spenden kat­e­gorisch aus­geschlossen. Dabei soll­ten sich nach Mei­n­ung der Jun­gen Grün­lib­eralen die Auss­chlusskri­te­rien für Blut­spender am generellen Risikover­hal­ten der einzel­nen Per­so­n­en ori­en­tieren und nicht an der blossen Zuge­hörigkeit zu ein­er Risiko­gruppe. So sollte z.B. nie­mand zuge­lassen wer­den, der öfters wech­sel­nde Part­ner­in­nen und/oder Part­ner hat. Wir sind uns bewusst, dass der Auss­chluss von schwulen Män­nern auf­grund ein­er Risikoab­wä­gung passiert und nicht primär diskri­m­inieren­der Natur ist. Den­noch ermuti­gen wir die Blut­spende-Organ­i­sa­tio­nen eine laufende Risiko­e­val­u­a­tion unter Berück­sich­ti­gung der fortschre­i­t­en­den tech­nis­chen Möglichkeit­en vorzunehmen. Auch Erfahrun­gen aus dem nahen EU-Aus­land, wo das Blut­spenden von homo- sex­uellen Män­nern erlaubt ist, sollen in die Eval­u­a­tion ein­fliessen. Die Jun­gen Grün­lib­eralen eracht­en eine Zulas­sung von homo­sex­uellen Blut­spendern unter Berück­sich­ti­gung der genan­nten Punk­te als wün­schenswert.

Fortpflanzungsmedi­zin

Die Jun­gen Grün­lib­eralen möcht­en sich nicht ein­er Diskus­sion über die Fortpflanzungsmedi­zin und deren Kon­se­quen­zen ver­schliessen. Wir sind der Mei­n­ung, dass der rechtliche Schutz aller Beteiligten bess­er aus­gear­beit­et wer­den muss und dass eine Leih­mut­ter­schaft nicht auf finanziellen Anreizen beruhen soll. Zudem darf es keine Diskri­m­inierung von gle­ich- geschlechtlichen gegenüber gegengeschlechtlichen Paaren geben.

Da noch viele Punk­te im Detail zu klären sind, wer­den wir uns in einem sep­a­rat­en Posi­tion­spa­pi­er zur Fortpflanzungsme- dizin äussern.

Flüchtlingspoli­tik

Nach Mei­n­ung der Jun­gen Grün­lib­eralen soll das Asylge­setz in Bezug auf Per­so­n­en, welche auf­grund der sex­uellen Orien- tierung oder der geschlechtlichen Iden­tität Repres­sio­nen erlei­den oder ver­fol­gt wer­den, kon­se­quent umge­set­zt wer­den.

Inter­sex­u­al­ität

Babys, die mit Merk­malen bei­der Geschlechter (zwis­chengeschlechtlich) geboren wer­den, dür­fen unser­er Mei­n­ung nach nicht ohne ihre Zus­tim­mung ein­er geschlecht­san­passenden Oper­a­tion unter­zo­gen wer­den, auss­er eine lebens­bedrohliche Sit­u­a­tion entste­ht durch Nichthandeln. Indes sollen die Betrof­fe­nen und ihr Umfeld medi­zinisch und psy­chol­o­gisch von Fach­per­so­n­en begleit­et und berat­en wer­den und so frei und selb­st­bes­timmt über eine allfäl­lige Oper­a­tion entschei­den. Wichtig scheint uns in diesem Zusam­men­hang die Sen­si­bil­isierung der Eltern, Ärzteschaft und der Öffentlichkeit, wie sie etwa von Organ­i­sa­tio­nen wie intersex.ch gefördert wird.

Geschlecht­si­den­tität / Trans

Das Recht auf kör­per­liche Integrität, auf Selb­st­bes­tim­mung über den eige­nen Kör­p­er, ist ein Men­schen­recht, das auch den Trans­men­schen zuste­ht. Für die Jun­gen Grün­lib­eralen ist es nicht entschei­dend, ob der let­zte Schritt, die Trans­for­mati- onsän­derung, vol­l­zo­gen wird oder nicht. Alle Trans­men­schen, auch diejeni­gen, welche nur den hor­monellen Weg ein- schla­gen, sollen sich nach eigen­em Empfind­en Frau oder Mann nen­nen dür­fen.

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