Diese Stel­lung­nahme bet­rifft die Motion 81/2010: Entschär­fung der Sit­u­a­tion stel­len­los­er Lehrabgän­gerin­nen und Lehrab- gänger durch die Bere­it­stel­lung eines Son­derkred­its und die Motion 312/2010: Lehrlingsaus­bil­dung als oblig­a­torisches Zuschlagskri­teri­um bei kan­tonalen Sub­mis­sio­nen des Zürcher Kan­ton­srates.

Die jun­gen VertreterIn­nen der GLP Kan­ton Zürich begrüssen es, dass sich der Kan­ton­srat mit dem The­ma „Jugen­dar­beits- losigkeit“ beschäftigt. Die frühe Inte­gra­tion der Jugendlichen in die Arbeitswelt ist wichtig und der Berufs­bil­dungsweg ist zen­tral für den Erfolg unser­er Volk­swirtschaft.

Wir unter­stützen den Grundgedanken der Ini­tianten der Motion 81/2010 und denken eben­falls, dass der Kan­ton mehr fi- nanzielle Mit­tel in die Berufs­bil­dung investieren sollte. Diese Investi­tio­nen soll­ten aber wohlüber­legt und in Absprache mit den rel­e­van­ten kan­tonalen Fach­stellen und unab­hängi­gen Fachor­gan­i­sa­tio­nen getätigt wer­den. Finanzielle Auss­chüt­tun- gen nach dem Giesskan­nen-Prinzip entsprechen nicht dem Gedankengut der jun­gen GLP und wer­den von uns daher nicht unter­stützt. Diese Investi­tio­nen sind nicht zielo­ri­en­tiert und tra­gen zu kein­er nach­halti­gen Verbesserung der Sit­u­a­tion bei. Deshalb sind wir der Ansicht, dass die Motion 81/2010 nicht an den Regierungsrat über­wiesen wer­den sollte. Ein Son­derkred­it zur ver­längerten Anstel­lungsmöglichkeit von Lehrabgängern löst die Prob­lematik der Jugen­dar­beit­slosigkeit nicht. Die Unter­stützung kommt nicht gezielt den­jeni­gen Jugendlichen zu Gute, welche sie wirk­lich benöti­gen wür­den. Mehrere Stu­di­en zeigen, dass sich junge Men­schen mit abgeschlossen­er Beruf­slehre sehr schnell im Arbeits­markt integ- rieren kön­nen. Eine kurzzeit­ige Arbeit­slosigkeit nach dem Lehrab­schluss hat keine langfristi­gen Fol­gen für die spätere beru­fliche Kar­riere der Jugendlichen.

Die grössten Prob­leme bei der beru­flichen Eingliederung haben Jugendliche, welche über keinen Beruf­s­ab­schluss ver­fü- gen. Die Lehrstel­len­suche gestal­tet sich vor allem für leis­tungss­chwache Jugendliche und Jugendliche mit einem bil­dungs- fer­nen Hin­ter­grund schwierig. Daher fordern die jun­gen Grün­lib­eralen einen ver­stärk­ten Fokus der Gesellschaft auf diese Ziel­gruppe. Wir wün­schen uns daher mehr Berufs­bil­dungsange­bote für leis­tungss­chwache Jugendliche (Beruf­sat­test) und glauben, dass speziell im Bere­ich der Pflege und der Land­wirtschaft die Möglichkeit für ein erweit­ertes Ange­bot beste­ht.

Die beru­fliche Bil­dung ist sehr wichtig ist und es müssen geeignete Anreiz-Sys­teme für Fir­men geschaf­fen wer­den, welche Lehrstellen in ihrem Betrieb anbi­eten. Daher unter­stützen wir den Grundgedanken der Motion 312/2010. Wir kön­nen aber auch die Argu­men­ta­tion des Regierungsrates sehr gut nachvol­lziehen und glauben, dass speziell kleine Unternehmen und gewisse Branchen durch die Änderung des Sub­mis­sion­s­ge­set­zes benachteiligt wür­den. Die mass­geben­den Zuschlagskri- terien für die Bes­tim­mung des wirtschaftlich gün­stig­sten Ange­bots müssen geeignet, fall­be­zo­gen und sach­lich begrün­det sein. Durch die feste Ver­ankerung eines bes­timmten Kri­teri­ums in der kan­tonalen Sub­mis­sionsverord­nung, würde ein Prä- zeden­z­fall geschaf­fen und es wäre nicht mehr im Ermessensspiel­raum der Ver­gabebe­hörde, die geeigneten und sachge- recht­en Zuschlagskri­te­rien zu bes­tim­men. Wir möcht­en der Ver­gabebe­hörde weit­er­hin den Ermessensspiel­raum über­las- sen und sind gegen eine Diskri­m­inierung von kleinen Unternehmen und spez­i­fis­chen Branchen. Daher sind wir gegen eine Über­weisung der Motion 312/2010 an den Regierungsrat.

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