serap kahriman stadtrat

SERAP KAHRIMAN IN DEN STADTRAT

Hier findest du die detaillierte Positionierung von unserer Stadtratkandidatin, Serap Kahriman, zu einigen wichtigen Themen.

MEHR KLIMAFREUNDLICHE MOBILITÄT

Neben dem Gebäudesektor ist der Verkehrssektor der grösste CO2-Verursacher. Solange der CO2-Ausstoss von Autos nicht bepreist wird und der Umstieg auf alternative Mobilitätslösungen so schleppend vorankommt, ist es notwendig, mehr sichere Velowege in der Stadt zu bauen. Nur so steigt die  städtische Wohnbevölkerung freiwillig auf das Velo um. Doch auch nach 20 Jahren rot-grüner Mehrheit sind sichere Velowege noch immer Fehlanzeige. Dabei liessen sich die bestehenden Velowege mit kostengünstigen Massnahmen wie dem Rotfärben um einiges sicherer gestalten. Dies ist in vielen anderen Städten bereits seit Jahren gang und gäbe. Zudem müssen die Velowege flächendeckend abgesetzt werden. Diese zwei Massnahmen steigern die Verkehrssicherheit.

Gleichzeitig ist es aber auch dringend notwendig, auf Regierungsebene eine neue Planungskultur zu schaffen: Das Velo und die öffentlichen Verkehrsmittel sollen gegenüber dem motorisierten Individualverkehr Vorrang haben und konsequent gefördert werden.

MEHR DIGITALISIERUNG IN DER VERWALTUNG

Die Stadt wächst und verändert sich. Und das ist auch gut so. Dass entsprechend auch die Verwaltung wächst, liegt auf der Hand. Allerdings stellt sich die Frage, wie viel Wachstum der Verwaltung wirklich notwendig ist, um die neuen Aufgaben effizient zu lösen. Seit 2000 ist die städtische Bevölkerung um 20 % gewachsen. Die Anzahl Verwaltungsangestellter hingegen um 33 %. Eine aufgeblasene Verwaltung führt zu höheren Kosten, die von den Steuerzahlenden zu tragen sind. Statt immer mehr Leute in der Verwaltung zu beschäftigen, sollte es unser Ziel sein, die Verwaltung agiler und digitaler zu gestalten, und Zürich hin zu einer Smart City zu transformieren. Deshalb fordere ich eine Verwaltungsreform, damit die Kosten in Zukunft nicht ausser Kontrolle geraten und die begrenzten Steuergelder an wichtigeren Stellen eingesetzt werden können.

MEHR DURCHMISCHUNG BEIM WOHNEN

Wohnen in der Stadt Zürich wird immer teurer und für viele Menschen zunehmend unbezahlbar. Deshalb wird das Drittelsziel richtigerweise bis 2050 weiter vorangetrieben. Jedoch soll dabei nicht vergessen werden, dass bereits heute preisgünstiger Wohnraum vorhanden ist: Mehr als ein Viertel aller Mietwohnungen in der Stadt gehören gemeinnützigen Wohnbauträgerschaften. Diese verpflichten sich, ihre Wohnungen zu Selbstkosten zu vermieten und sie dauerhaft Marktpreissteigerungen zu entziehen. Zur Förderung des preisgünstigen Wohnraum stehen der Stadt vor allem folgende Instrumente zur Verfügung: 

  • Abgabe von Land im Baurecht über zinsgünstige Hypotheken
  • Übernahme von Anteilscheinen bei Genossenschaften und die Dotierung von Stiftungskapital (es gibt vier städtische Wohnbaustiftungen)
  • Erstellung eigener Wohnsiedlungen
  • Bereitstellung von Rahmenkrediten für Wohnbauaktionen zur gezielten Subventionierung einzelner Wohnungen für tiefe Einkommen.

Die Verteilung des preisgünstigen Wohnungen in der Stadt ist jedoch nicht transparent, wird nicht regelmässig kontrolliert und kommt folglich nicht denjenigen zugute, die ihn benötigen. Bei der Verteilung des preisgünstigen Wohnraums existieren für die Eigentümer lediglich die Vorgaben hinsichtlich ausreichender Belegung, sprich Wohnflächenverbrauch pro Kopf.

Jedoch leben heute leben gerade mal knapp 20 % Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft in gemeinnützigen Genossenschaften. Der Anteil von den unter 30-Jährigen und über 60-Jährigen nimmt stetig ab und über zwei Drittel verfügen über einen mittleren oder hohen Berufsstatus. Solange die Stadt die Genossenschaften direkt oder indirekt finanziell unterstützt, ist es in ihrer Pflicht, auch Studierenden, Berufseinsteigern, Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft und über 60-Jährigen diesen Wohnraum zu gewähren. Ich fordere deshalb eine bessere Durchmischung im bestehenden, gemeinnützigen Wohnraum.

MEHR STÄDTISCHE LEBENSFREUDE

Wir erleben immer mehr laue Sommernächte in der Stadt, die es möglich machen, die ganze Nacht draussen anstatt in Innenräumen zu verbringen. 

Momentan müssen diejenigen, die nach Mitternacht im Freien noch etwas trinken wollen, sich selbst mit Getränken eindecken und ein Plätzchen auf einer Parkbank oder Wiese suchen. Dies führt oftmals zu Littering und Lärmbeschwerden, weil keine Kontrolle vorhanden ist.

Dazu kommt, dass die Gastrounternehmen für die Lebensqualität und den Wirtschaftsstandort Zürich wichtig sind. Nicht nur generieren sie Arbeitsplätze, sondern sie helfen der Stadt auch, attraktiv für den Tourismus zu bleiben. Deshalb ist es wichtig, die weitere Liberalisierung des Gastgewerbes voranzutreiben, damit wir auch in Zukunft attraktiv für Gastrounternehmen, Touristen, junge Menschen und Anwohnende bleiben.

Damit Anwohnende nicht übermässig durch Lärm belastet werden, ist die Öffnung der Gastrounternehmen bis um 02:00 Uhr nur an jeweils 2 Wochenenden in den Sommermonaten Juli und August erlaubt. Musikanlagen und Live-Konzerte im Freien ohne Bewilligung wären weiterhin nicht gestattet. Ich möchte Freiräume fürs Zusammenkommen schaffen.

MEHR DEMOKRATIE IN DER STADT

In der Stadt Zürich leben 32 % Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft. In anderen Worten heisst das: Ein Drittel der städtischen Wohnbevölkerung hat keine politischen Beteiligungsmöglichkeiten, obwohl sie hier leben, arbeiten und Steuern zahlen. 

Rund die Hälfte davon besitzt eine Niederlassungsbewilligung. 70’000 Personen sind also bereits mehr als fünf Jahre in der Schweiz. 80 % dieser 70’000 Personen arbeitet.

Die andere Hälfte der Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft hat eine B-Bewilligung. Der Grossteil von ihnen arbeitet (90 %), davon 50 % in einem akademischen Beruf.
53 % der Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung besitzen nach fünf Jahren einen C-Ausweis und zeigen damit, dass sie längere Zeit in Zürich verbleiben wollen. Gemäss demografischen Entwicklungsszenarien steigt der Anteil Personen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft. Die Liberalisierung der Einbürgerungspolitik genügt nicht, um diesem Trend entgegenzuwirken. Ein immer grösserer Teil unserer Gesellschaft kann nur zuschauen, während andere Entscheide treffen – und das, obwohl die Entscheide alle gleichermassen betreffen. 

Deshalb fordere ich, dass die Zürcher Kantonsverfassung dahingehend geändert wird, damit es Zürich freisteht, auch diesem Drittel eine politische Stimme zu geben.

MEHR GRÜN AM BETON

Bei einem moderaten Klimaszenario werden die durchschnittlichen Hitzetage und Tropennächte in der Stadt im Jahr 2060 von 5 auf 17 steigen. Die dichte Bebauung befördert diese Entwicklung zusätzlich. Zürich wird damit zu einem Backofen, was einen negativen Einfluss auf unser allgemeines Wohlbefinden, die Schlafqualität und die Arbeitsproduktivität hat. 

Mit dem kommunalen Mehrwertausgleichsgesetz wurde die gesetzliche Grundlage geschaffen, dass bei Auf- und Umzonungen die daraus entstehenden Vorteile zum Beispiel für Projekte zur Verbesserung des Lokalklimas verwendet werden. Neben den bereits eingeleiteten Massnahmen zur Reduzierung der Hitze bei Neubauten fordere ich, dass Hotspots wie zum Beispiel das Central, das Industriequartier Binz, das Zentrum Oerlikon und die Europaallee mit Fassaden- und Dachbegrünungen begrünt werden, damit die Stadt abkühlt. Es konnte bereits in Studien nachgewiesen werden, dass in einem knappen halben Meter Abstand zu einer Fassadenbegrünung die Temperatur der lokalen Umgebungstemperatur von bis zu 1,3°C sinkt im Vergleich zu einer unbegrünten Referenzwand.

Nicht nur beeinflusst die Dach- und Fassadenbegrünung das Stadtklima, sondern auch das Innenraumklima der Bauten, was sich wiederum positiv auf den Heiz- oder Kühlbedarf auswirkt. Zusätzlich wirken Dach- und Fassadenbegrünungen aufgrund der Absorptionsleistung des Substrats als Lärmminderungsmassnahme.

MEHR CHANCENGLEICHHEIT UND GLEICHSTELLUNG

Das Pilotprojekt der “Tagesschulen 2025” war ein voller Erfolg. Die Tagesschulen ermöglichen eine echte Chancengleichheit in der Bildung, verbessern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und optimieren die Organisation von Unterricht und Betreuung. Damit alle Schulen ab dem Schuljahr 2023/24 in Tagesschulen umgewandelt werden können, braucht es eine Zustimmung der städtischen Wohnbevölkerung. Ich setze mich dafür ein, dass die Volksabstimmung im Jahr 2022 angenommen wird.

MEHR NACHHALTIGKEIT IN DER VERWALTUNG

Auch die Stadt konsumiert und deshalb ist es wichtig, dass sie in dieser Rolle als Vorbild agiert. Seit Einführung der Richtlinie Ökologische Anforderungen im Beschaffungsprozess hat sich zwar schon einiges getan, jedoch bleibt Luft nach oben. Ich fordere, dass die Stadt Zürich die Kreislaufwirtschaft für obligatorisch erklärt: mieten statt kaufen, wiederaufbereiten und renovieren statt neu kaufen, bevorzugen von rezyklierten Materialien und langlebigen Produkten.

X